Neueintragungen weiterhin hoch, Konkurse steigen stark
Weiterhin hohe Zahl von Unternehmensgründungen
Um 7,1 Prozent hat die Zahl der neu im Handelsregister eingetragenen Unternehmen im Juni gegenüber dem Vorjahr abgenommen. Die Halbjahresbilanz sieht dennoch mit einer Zunahme von 2,1 Prozent deutlich positiv aus. Das erlaubt die Prognose eines neuen Höchststandes bis Ende Jahr. Auch wenn sich das Wachstum in den nächsten sechs Monaten verlangsamen sollte, so dürften zwischen 52 000 und 53 000 Neueintragungen drin liegen.

Die Unternehmens-Löschungen als Summe von Konkursen, Löschungen wegen organisatorischer Mängel und Firmen-Liquidationen steigen ebenfalls um 4,8 Prozent. Damit liegt das Nettowachstum über sechs Monate knapp unter dem Wert von 2023. Wie die nachfolgende Grafik zeigt, zeichnen dafür vor allem die stark gestiegenen Zahlen bei Insolvenzen, Konkursen nach OR731b verantwortlich.

Konkurse auf Höchststand
Nochmals verdüstert hat sich die Lage bei den Firmenkonkursen (Insolvenzen und Konkurse wegen Mängeln in der Organisation nach OR 731 B). Im Juni stieg die Zahl im Vorjahresvergleich um 2,8 Prozent, über das ganze erste Halbjahr gerechnet sind es gar 9,4 Prozent. Täglich schleudern damit neun Firmen in die Pleite. Ob der leichte Abwärtstrend im Juni anhält, ist unsicher. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre lassen eher einen weiteren Anstieg erwarten. Creditreform rechnet für das ganze Jahr mit über 11'000 Firmeninsolvenzen. Es wäre ein neuer Rekord.

Über die Monate verteilt ist deutlich erkennbar, dass in diesem Jahr der Einbruch im April, der im Vergleich mit früheren Jahren jeweils deutlich erkennbar war, ausgeblieben ist.

Mehr lebende Personen gehen Konkurs
Während in den letzten Jahren der Anteil der Publikationen von ausgeschlagenen Verlassenschaften, also von Konkursen, die nach dem Tod einer Person verfügt wurden, stetig gestiegen ist, nimmt in diesem Jahr die Zahl von Konkursen lebender Personen um fast einem Drittel zu, während die ausgeschlagenen Verlassenschaften praktisch stabil waren. Die Ursachen dieses Anstiegs um ein knappes Drittel - die Gesamtzahl ist mit 523 Privatkonkursen nach wie vor überschaubar - könnten in den gestiegenen Lebenshaltungskosten oder Arbeitslosigkeit liegen.
Erhebungsmethodik
Bei Einzelunternehmen erfolgt die Konkurspublikation auf den Inhaber, würde also als Privatkonkurs gezählt werden. Creditreform überprüft alle Privatkonkursen auf das Vorhandensein einer Einzelunternehmung und zählt dies als Firmenkonkurs. Konkursverfahren können sich über einen längeren Zeitraum, teils mehrere Jahre, hinziehen. In dieser Zeit kann sich der Zustand des Verfahrens ändern. In einigen Fällen wird ein Konkursverfahren mit einem Widerruf abgeschlossen; dies, wenn der Schuldner seine Forderungen doch noch tilgen kann. Abschlussmeldungen mit Widerruf werden in unseren Statistiken der Konkurseröffnungen nicht berücksichtigt. Bei Branchenauswertungen gilt der Zeitpunkt der Konkurseröffnung. Wurde ein Unternehmen damals als «Hersteller von Metallkonstruktionen» eingetragen, macht aber mittlerweile Liegenschaftsverwaltung, wird die letzte Zuteilung berücksichtigt.
Quelle: PRESSELETTER 04-2024 | 3. JULI 2024