Unternehmensinsolvenzen in Europa
Ein Blick auf die aktuelle Entwicklung
Unternehmensinsolvenzen in Europa auf Höchststand seit zehn Jahren
Die wirtschaftliche Lage in Europa bleibt angespannt. Wie aktuelle Daten der Creditreform Wirtschaftsforschung zeigen, stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2024 deutlich an – um 12,2 Prozent auf insgesamt 190’449 Fälle. Das ist der höchste Wert seit dem Jahr 2013.
Konjunkturschwäche und steigende Belastungen
Europaweit sind die Unternehmen mit einer anhaltend schwachen Konjunktur konfrontiert. Verschärfter Wettbewerb, hohe Finanzierungskosten, steigende Energiepreise und geopolitische Unsicherheiten setzen insbesondere kleine und mittlere Betriebe unter Druck. Seit dem Tiefpunkt 2021 ist die Zahl der Firmenpleiten in Westeuropa um fast 70 Prozent gestiegen – Tendenz steigend.

Verbreiteter Anstieg in Westeuropa
In 15 von 17 untersuchten Ländern Westeuropas wurden steigende Insolvenzzahlen verzeichnet. Besonders ausgeprägt war der Anstieg in Griechenland (+42,5 Prozent), Irland (+32,0 Prozent) und den Niederlanden (+31,7 Prozent). Auch Frankreich, Italien und weitere grosse Volkswirtschaften melden einen klaren Zuwachs. In vielen Ländern liegen die Fallzahlen inzwischen deutlich über dem Niveau von 2019 – dem letzten Jahr vor der Pandemie.

Baugewerbe besonders betroffen
Mit einem Plus von 15,4 Prozent ist das Baugewerbe europaweit der am stärksten betroffene Sektor. Gründe dafür sind unter anderem steigende Bau- und Finanzierungskosten sowie eine sinkende Nachfrage. Auch der Dienstleistungssektor (+14,2 Prozent) verzeichnete überdurchschnittlich viele Insolvenzen, während sich der Anstieg im verarbeitenden Gewerbe (+9,3 Prozent) leicht abgeschwächt hat. Der Handel lag bei +8,1 Prozent.

Trends in Mittel- und Osteuropa sowie den USA
Auch in Mittel- und Osteuropa stiegen die Insolvenzen, wenn auch unterschiedlich stark. Besonders hohe Zunahmen wurden in Polen, den baltischen Staaten und Slowenien gemeldet. In der Türkei stieg die Zahl der Unternehmensaufgaben um 20,9 Prozent, während in den USA ein Plus von 16,6 Prozent registriert wurde.
Die Analyse zeigt: Die wirtschaftlichen Herausforderungen bleiben vielfältig – und ein proaktives Risikomanagement wichtiger denn je. Creditreform Luzern unterstützt Sie mit fundierten Bonitätsprüfungen, aktuellen Wirtschaftsinformationen und individuell passenden Lösungen.
