Creditreform Luzern

Zusammenhang mit der Anzahl Arbeitstage

Insolvenzen liegen über erwartbarem Wert

Die Pleitewelle rollt

Im April wurden 660 Insolvenzen über Unternehmen publiziert, was einer Zunahme von 61.4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Diese extreme Zunahme hängt zum Teil mit der Anzahl Arbeitstage zusammen. Während der April wegen der Ostern in 2023 lediglich 18 Arbeitstage hatte, waren es 2024 deren 21. Dennoch liegt die Zahl der Firmenkonkursen weit über dem zu erwartenden Wert von etwa 540: rund 120 Unternehmen waren zusätzlich betroffen. Für die ersten vier Monate ist die Zunahme mit 13.3 % im Vorjahresvergleich gravierend und liegt deutlich über dem Durchschnitt der Vorcoronajahre 2018/2019. Die Publikationen von Konkursen aufgrund von Mängeln in der Organisation (OR731B) nahm um 5.2 % zu, was zu einem Total von 3'698 Konkurspublikationen führt: über 11 % mehr als 2023.

Abb. 3 - Konkurspublikationen von Firmen und Privatpersonen

Wenn dieser Trend anhält, so muss für 2024 mit insgesamt über 11'000 Konkursen gerechnet werden. Die Konkurswelle rollt ungebremst durch die Schweiz. Mit den zu erwartenden, durch die finanzielle Stützung von insolventen Firmen entstandenen Nach-Corona-Wehen alleine lässt sich das kaum mehr erklären. Anderseits beweist der aktuelle Gründungsboom die hohe Innovationsbereitschaft in der Schweizer Wirtschaft. Beim Kommen und Gehen in der Firmenwelt überwiegt das Kommen – ein gutes Zeichen.

Abb. 4 – Konkurspublikationen von Firmen der letzten Jahre

Privatkonkurse mit leichter Zunahme

Die Publikationen von Konkursen über Privatpersonen sind in den vier vergangenen Monaten um 3.7 % auf knapp 3'000 gestiegen. Interessant ist, dass der Zuwachs bei lebenden Personen deutlich stärker ist (+ 28.7 %) als bei ausgeschlagenen Verlassenschaften, also bei Konkursen über eine Person, die bereits verstorben ist. Dies kann als Hinweis gewertet werden, dass die wirtschaftliche Situation vieler Haushalte angespannt ist und sich in den kommenden Monaten auch noch weiter verstärken könnte.

 

 

Presseletter 03-2024