Katz-und-Maus-Spiel der Cyberkriminellen
Manipulierte Rechnungen mit echter Absenderadresse
Cyberkriminelle gehen immer gezielter vor. Unternehmen in der Schweiz sind zunehmend mit manipulierten Rechnungen, gefälschten Webseiten oder missbrauchten Firmendaten konfrontiert. Besonders betroffen sind Firmen ohne eigenen Webauftritt oder mit unzureichend geschützten Kommunikationskanälen.
Manipulierte Rechnungen mit echter Absenderadresse
Eine besonders gefährliche Betrugsmasche betrifft den Rechnungsverkehr zwischen Unternehmen. Kriminelle verschaffen sich Zugriff auf E-Mail-Konten von Lieferanten und versenden anschliessend echte Rechnungen mit geänderten Bankverbindungen.
Da die Nachrichten aus einem realen Mailverlauf stammen, wirken sie glaubwürdig. Lieferung, Rechnungsbetrag und Ansprechpartner stimmen oftmals überein. Lediglich die IBAN wurde angepasst.
Laut Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) wurden solche Fälle von Rechnungsmanipulationsbetrug allein im zweiten Halbjahr 2025 insgesamt 73-mal gemeldet. In einem bekannten Fall entstand ein Schaden von 1,5 Millionen Franken.
Neben finanziellen Verlusten besteht das Risiko, dass Cyberkriminelle Zugriff auf interne Unternehmensdaten erhalten.
Gefälschte Webseiten und missbrauchte Firmendaten
Zunehmend betroffen sind auch Unternehmen, deren Handelsregisterdaten für betrügerische Webseiten missbraucht werden. Cyberkriminelle registrieren Domains unter real existierenden Firmennamen und erstellen darauf gefälschte Webshops oder Anlageplattformen.
Besonders gefährdet sind Unternehmen ohne eigene Website. Betrüger nutzen deren Identität, um Rechnungen zu verschicken oder Zahlungen einzusammeln. Für die betroffenen Firmen entstehen dabei oft erhebliche Reputationsschäden.
Auch gefälschte Stellenanzeigen nehmen zu. Bewerberinnen und Bewerber aus dem Ausland werden nach angeblichen Zusagen aufgefordert, Gebühren oder Versicherungen zu bezahlen. Der Firmenname wird dabei missbräuchlich verwendet.
Cybersicherheit bleibt zentrale Herausforderung
Das Bundesamt für Cybersicherheit spricht weiterhin von einer hohen Bedrohungslage in der Schweiz. Cyberangriffe werden gezielter, koordinierter und professioneller durchgeführt.
Unternehmen sollten deshalb:
- Zahlungsänderungen konsequent prüfen
- neue IBAN-Verbindungen telefonisch verifizieren
- verdächtige E-Mails melden
- einen professionellen Webauftritt pflegen
- Mitarbeitende regelmässig sensibilisieren
Das BACS empfiehlt Unternehmen zudem, Kunden aktiv auf bekannte Betrugsversuche hinzuweisen.
Fazit
Cyberkriminalität entwickelt sich laufend weiter. Besonders im Rechnungswesen und bei digitalen Firmenauftritten steigen die Risiken deutlich an. Unternehmen sollten ihre Prozesse regelmässig überprüfen und verdächtige Vorgänge konsequent hinterfragen.
Original-Inhalt adaptiert von Urs Fitze, creditreform.ch